Gebrauchtwagen aus dem Internet
Tricks unseriöser Anbieter entlarven
Am schönsten, am großartigsten, am billigsten - mit einem Mausklick
gekauft: Das ist die bunte, weite Welt des World Wide Web. Und die haben auch
die Gebrauchtwagenverkäufer für sich entdeckt. Allein in Deutschland
fanden 2003 über 600 000 Wagen über das Internet einen neuen Besitzer -
doppelt so viele wie noch 2002. Neben virtuellen Marktplätzen und
Auktionshäusern gibt es eine wachsende Zahl internationaler Vermittlungsplattformen,
die Kfz-Angebote ohne Online-Verkaufsfunktion präsentieren.
"Wer im Internet Dschungel unter Millionen von Angeboten auffallen will,
macht allerdings oft fantastische Versprechen", erklärt Andreas Stuy
von der unabhängigen Autohandels- und Werkstattkette AUTOMEISTER. "Nicht
selten kommt es dabei vor, dass ein Interessent nach einer langen Anfahrt bei
der Besichtigung vor Ort enttäuscht wird, weil weder die Internet-Beschreibung
noch der Online-Preis stimmen."
Schon am Telefon lässt sich mit einfachen Mitteln prüfen, ob der
Internet-Verkäufer seriös oder unseriös ist. "Am besten
lässt man sich jede einzelne Angabe des Angebots bestätigen.
Trickser werden sich schon verhaspeln", so Herr Stuy. Ist der Wagen
tatsächlich unfallfrei? Wurden Beulen nachlackiert? Stimmt der Preis?
Ist der private Anbieter tatsächlich der aktuelle Besitzer oder versucht
ein Händler, mit dieser Tarnung die gesetzliche Gewährleistungspflicht
zu umgehen? Wer will, kann sich auch Scheck-Heft, Inspektionsrechnung oder
Fahrzeugpapiere vorab faxen lassen.
"Der gesunde Menschenverstand ist oft der beste Berater, auch für
die Besichtung vor Ort."
- Welchen Eindruck machen Verkäufer und Umgebung?
- Wie riecht es im Wageninneren?
- Sind die Spaltmaße gleichmäßig?
- Haben Felgen Dellen oder Kratzer?
- Wie abgenutzt sind Pedalen, Sitze, Schaltknauf im Verhältnis zum Kilometerstand?
Service-Aufkleber und -Anhänger von der letzten Wartung verraten oft
mehr als tausend Worte. Farbliche Abweichungen in der Lackierung und vor
allem Sprühnebel an Radkasten oder Türrahmen sind sichere Hinweise
auf reparierte Karosserieschäden. "Klar: Ein Gebrauchter ist kein
Neuer", sagt Oliver Neltner. "Die Frage ist, was man für sein
Geld bekommt. Ein seriöser Verkäufer wird alle Informationen gerne
bereitstellen - und auch nichts gegen eine Prüffahrt zur Kfz-Werkstatt einwenden.
Haben Sie Fragen zu diesem Thema?
Kontakt: Andreas Stuy und Oliver Neltner, Tel. 0381 666266